Wenn der einzige reiz der brechreiz ist

Jeder von uns kennt die Situation: Man schaltet seinen Computer ein oder man öffnet seinen Briefkasten. Und sofort ist es Schluss mit lustig.

 

Bevor man sich mit der Post befassen kann, die man erwartet, oder zumindest die, die man für sich selbst als relevant betrachtet, muss man erst die Spreu vom Weizen trennen. Irrelevante und aggressive Sie werden mit komplett irrelevanten und aggressiven Angeboten bombardiert. Nur weil Sie das - theoretische und finanzielle Potenzial haben – für ein für Sie absurdes Produkt. In Ihrem Briefkasten können sie diesen Spam noch entsorgen (in Ihrem Briefkasten, auf Ihre Kosten).

 

Online ist es meist noch komplizierter, sich diese Pest vom Leib zu halten. Denn hier bedeutet jeder Aufruf seines Email-Postfachs, zunächst das Wichtige vom Trash zu trennen. Was täglich zu einer richtigen Arbeit ausartet. Manchmal sind diese Spams  richtig tricky und bergen immer die Gefahr, dass auch wichtige Post irrtümlich gelöscht wird. Was ein unnötiger Verlust von wertvoller Zeit und Geld. Nur, um sich von dieser Pest zu befreien.

 

Aus Sicht des Konsumenten eine Plage. Aus Sicht der Werbung kann man sagen, dass man seine Zielgruppe erreicht hat. Erreicht? Ja, physisch. Technisch. Aber nicht psychisch. Nicht emotional. Ganz im Gegenteil. Der werbliche Kontakt wurde zu einem Negativ-Kontakt. Mit allen Konsequenzen. Selbst die in diesem Kontext noch beste aller Möglichkeiten, übersehen zu werden, greift nicht mehr. Man hat sich mit seiner Zielgruppe und seinen Kunden angelegt. Und die wenden sich angewidert ab. Der vermutliche Reiz der Botschaft ist nur ein Brechreiz.